Der Ursprung von Nos

Der Ursprung von Nos: Der Weg der Northern Sphinx

Es stellte sich heraus, genau, wie ich in Sankofa (in meiner Hort der Bestien Serie) schrieb, dass wir manchmal zurückgehen müssen, um unsere Schritte nachzuvollziehen und zu verstehen, wie wir die wurden, die wir heute sind. Und um -schlussendlich- unseren Weg zu verstehen und fortzusetzen.
Wagt ihr es mir zu folgen, wenn ich die Schritte von Nos zurückverfolge? Dann … lasst uns dem Weg der Northern Sphinx folgen!

Für einen Augenblick wagte sie es, die Ketten abzuschütteln, die sie an Asche und Schatten banden.
Aber das Eisen hatte sich in ihr Fleisch gefressen und so sank sie erneut darnieder,
hoffnungslos, in ihr miserables Selbst,
Während die goldenen Flammen eine verleugnete Wahrheit reflektierten.

Aber dann, aus dem Inneren, hörte sie eine milde, sanfte Stimme.
Ich möchte, dass du dich erinnerst, wer du bist.
Jenseits von Wunden und Schrammen, unterhalb von Hülle und Schilden.
Leg das Schwert nieder und stehe auf. Du kannst diese Ketten allein durch deinen Willen brechen.

Und das goldene Feuer verbrannte sie zu Asche.
~*~

Wie neugeboren erhebend, hatte sie das Verlangen die Vergangenheit hinter ihr zu lassen
– akzeptieren und weiterzugehen.
Dieses Verlangen, wahrlich, war so vertraut wie das Wispern des Windes,
wie die Aufregung angesichts des Horizonts.
Es wurde durch das Heulen des Geister-Hounds
und der Stimme aus dem Inneren geleitet, welche hell in ihrem Geist erstrahlte.
~*~

Der Bote von Innen gewährte ihr Flügel, um den Himmel zu berühren,
nachdem sie sich seit Ewigkeiten verzehrte.
Die Wolken drifteten bei Seite und offenbarten den Höchsten Himmel und ihren Weg.
Sie hatte einen Traum und er verblieb für immer in ihrem Herzen und ihrer Seele.
Es erleuchtete sie und klärte ihren Geist inmitten von Chaos und Ordnung.
~*~

Jedoch bemerkte sie, dass da auch noch etwas anderes war, etwas schreckliches,
dass im Weltraum schwebte und auf sie zu zu kommen schien.
Vor jeder Trauer, jeder Sorge oder jedweder definierbarer Furcht,
war da etwas anderes, dass sie einfach als Gedanken Monster bezeichnete.
Und hinter Monstern und Dämonen gleichermaßen bemerkte sie etwas anderes,
tiefer im Weltraum.
~*~

Und als sie in Stille sang, die Realität erweiterte,
kam sie näher zu dem, was sie suchte.
Es war keine Dunkelheit, die sie in den Tiefen fand,
sondern ein pulsierender Strom an flüssigem Feuer.
Funken entzündeten sich, verursachten ein Inferno,
sie hypnotisierend und verschlingend, ihre gedanklichen Mauern sprengend,
sie an den tiefsten Ort im Inneren hinfort tragend, hinein in das Inferno selbst.
Eine Innenschau.
~*~

Etwas – oder eher jemand – wartete dort auf sie.
Die Offenbarung brach über sie herein.
Auge in Auge mit dem Nichts und Alles.
Auge in Auge mit der immer-wandelnden Verkörperung ihrer Macht,
ihres Verlangens, ihrer Essenz und Seele.
Sie fand den Geist in ihrer Hülle.
Und in der Dunkelheit unter den Drachenflügeln lag der Ursprung ihrer größten Gabe,
die Schwäche in Stärken wandelte, ehemalige feindliche Dämonen in Verbündete,
und sie mit der Macht beschenkte, weiterzugehen.
~*~

Und sie umschloss, was sie fand – hell und dunkel gleichermaßen –
in dem Wissen, dass sie herausfand, wer sie ist und immer war.
In dem Wissen, dass sie ihren Weg nach Hause gefunden hatte.
In dem Wissen, dass sie endlich weitergehen kann – mit aller Stärke und Macht.
In dem Wissen, dass sie eine neue Sonne, einen neuen Mond, aufgehen sehen kann.
~*~



Und so wurde Nos zu der, die sie heute ist: die Repräsentantin meiner “Refugium des Geistes“-Kunst. Sie, die Northern Sphinx (Sphinx des Nordens) trägt die Maske der Alter Egos/Inneren Dämonen als eine Art Tribut, ein Zeichen der Akzeptanz, zum Schutze des Lichtes und Schattens im Inneren.

Es war nicht einfach, etwas zusammenzufassen, dass in seiner Vollständigkeit mehrere Bücher füllen könnte. Besonders, da ich somit sehr viele Details auslassen musste, um mich auf den roten Faden konzentrieren zu können.
Aber, schlussendlich, bin ich sehr glücklich damit – denn andernfalls hätte ich diese sehr persönliche Reise nicht veröffentlichen können, nicht wenn alle Details offenbart worden wären.
Diese sehr symbolische Geschichte war die einzige Möglichkeit öffentlich darüber zu schreiben.
Dennoch habe ich den Eindruck, dass es für Außenstehende schwer zu verstehen ist, daher sind hier noch ein paar Worte der Erklärung:

Nos (lateinisch für “wir”) repräsentiert meine frühere Suche nach mir selbst, nach dem, wer ich bin und wie ich zu der wurde, die ich heute bin. Sie ging von Anfang an mit mir. Sie ist die Summe meiner Erfahrungen und meiner Entwicklung in diesem Leben. Sie fasst die Vergangenheit zusammen, um im Jetzt zu leben und der Zukunft entgegen zu gehen.
Daher repräsentiert sie die Kunst des Refugiums des Geistes und dessen Bedeutung.

Jedoch gibt es neben der Northern Sphinx auch Repräsentanten für meine zwei anderen Kunst-‘Motive’: den ätherischen Leviathan (Athar) und die hundertköpfige Hydra (Chaia). (Alle drei können in dem Kunstwerk über ihren Zirkel Ékfrasi betrachtet werden)
Der ätherische Leviathan repräsentiert die Anderswelt-Kunst, während die hundertköpfige Hydra die Disparates verkörpert.
Alle drei sind Figuren in meiner Kunst, symbolische Gestalten, die meine Gedanken tragen und ihnen Form geben. Sie sind meine Boten und Botschafter.

Nos hat eine besondere Verbindung zu Chaia. Chaia repräsentiert die Gedankenmonster, ist ihre Königin, ihre Zusammenfassung. Sie hinterfragt die Menschlichkeit in einem, sieht sich selbst als Monster. Sie repräsentiert den menschlichen Geist, die dunklen mit Monstern gefüllten Tiefen darin, das Tor zum Unterbewusstsein – während die Gedankenmonster Fragen repräsentieren, die wie (uns selbst) stellen und Gedanken, die Aufmerksamkeit verlangen und wo eine Unterdrückung nur zu Eskalation führt.
Nos zwingt dazu, dass sich um die Gedankenmonster und Chaia gekümmert wird. Sie ‘zähmt’ die Hydra und erhält meine Menschlichkeit, während sie selbst halb monströs ist.
Chaia ist die Repräsentantin der Disparates, offenbart das Verborgene, such Antworten auf unbeantwortete Fragen, hinterfragt alles mit morbider Brutalität und ohne Gnade oder Reue.
Nos und Chaia stellen sich den dunkelsten Schatten, um Furcht mit Logik und Courage zu schlagen. Sie schlagen Dogmen, Regime und Verhaltens- & Gedankenmuster nieder.

Athar, auf der anderen Seite, ist das Helle und der Fluss des Panta Rhei. Sie ersehnt die Freiheit des Geists, strebt zum fernen Horizont und träumt von dem, was jenseits liegt. Sie repräsentiert die Anderswelt-Kunst in all ihrer Tiefe.

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