Über die Künstlerin

Sólas und Christina

Christina “Farphyni” M. ist eine autodidaktische Künstlerin, geboren am 30. Mai in 1996 in Österreich.
Um ihre absolute künstlerische Freiheit zu gewährleisten, beschloss sie Kunst als Hobby auszuüben und studiert derzeit Biotechnologie. Ihren Bachelor erhielt sie 2018 und ihren Master wird sie voraussichtlich 2020 erhalten.

Obwohl sie hauptsächlich zeichnet und malt, entwirft und näht Farphyni auch Kostüme und Taschen, webt Stoffe, macht Schmuck aus Leder und formt Skulpturen. Auch vor 3D-Kunst und -Druckerei macht sie nicht Halt.
Um ihre Ideen auf Papier, Leinwand und Holz zu bannen, verwendet Farphyni eine große Bandbreite an Materialien, wie zum Beispiel Acryl- & Ölfarben, Blei- & Buntstifte, Tusche, Wasserfarben, Kugelschreiber, Marker und viele weitere.

Farphyni versucht, Unsichtbares sichtbar zu machen und sieht sich selbst irgendwo zwischen den verschwimmenden Grenzen von Symbolismus und Surrealismus, manchmal verborgen unter dem Deckmantel der Fantasykunst.


Über die Kunst

Farphynis Werke vereint ein Interesse an (Tiefen-)Psychologie und dem Unbewussten sowie dem Mystischen. Ihr Ziel ist es dabei, Unsichtbares sichtbar zu machen.

Das Unterbewusstsein ist fast schon eine eigene Welt, die ebenso real und wesentlich für das individuelle Leben ist wie auch die bewusste, denkende Welt des Ego, nur unendlich viel umfassender und reicher – reich an Symbolen (die sich in Träumen und Spontanphantasien zeigen) und Inspiration, plötzlich instinktiven Erkenntnissen.
Die Psyche besteht nur zu einem Bruchteil aus dem Bewusstsein, der Großteil unseres Selbst ist unbewusst (was durch Selbstreflexion erkannt werden kann). Und dieses Unbewusste hat einen entscheidenden Einfluss auf Emotionen, moralische und geistige Anschauungen und soziale Beziehungen, wodurch es das „Schicksal“ massiv mitgestaltet.
Die Auswirkungen, die das Unterbewusstsein auf das Leben hat, sind enorm, denn häufig werden wir von inneren Kräften (und nicht nur äußeren Reizen) bewegt; schließlich macht das Bewusstsein nicht die ganze Psyche aus. Des weiteren ist das Unbewusste der Menschen in ungeahnter Tiefe mit seiner Umgebung verbunden: Sozialgruppen, Raum, Zeit und Natur. Außerdem beeinflussen unbewusste Geistesinhalte den persönlichen Individuationsprozess (seelischer Reifungsprozess und Entwicklungsweg eines Menschen) stark.

Wie C. G. Jung (und andere) bereits feststellten, erreicht ein Mensch ein Gefühl von Vollständigkeit und Sinnhaftigkeit durch die Vereinigung des Bewusstseins mit den unbewussten Geistesinhalten. Dadurch ist ein Mensch im Stande sein höchstes Ziel zu erreichen: Die volle Verwirklichung seines individuellen Selbst. Wenn alle Masken fallen und alle Schatten (die „andere“ Seite des Ichs) hervortreten. Auf viele wirkt dies erschreckend und vielleicht sogar abstoßend – das Unbewusste wird seit jeher von einer Aura des Mystischen und Geheimnisvollen umhüllt.

Farphyni versucht, wie erwähnt, das Unsichtbare sichtbar zu machen. Was sie in ihrer eigenen Stille (oder im Sturm) findet, wird in Kunst manifestiert. Denn letztendlich hat die innerseelische Wirklichkeit in jedem Menschen die geheime Zielstrebigkeit, das Selbst zu verwirklichen und auszudrücken, sowie den Sinn der menschlichen Existenz jenseits des Gefühls eines unpersönlichen und sinnlosen Zufallaspekts zu finden, um den inneren Lebenssinn zu erkennen und mutig und aufrichtig den eigenen inneren Weg zu gehen.
(Denn auf Dauer verdrängte, unbewusste Geistesinhalte sind instinktwidrig und führen zu seelischer Krankheit)
Alles als Mittel der Suche der Antwort auf die Relativität der Existenz und um die eigene Position im “Lebensnetz” und der Welt zu definieren.

Künstler waren schon immer ein Ausdruck des Zeitgeistes. Ob sie sich dessen bewusst sind oder nicht, ihre Werke entstehen nur zum Teil aus ihrer eigenen, persönlichen Psychologie. Sie gestalten Fragen und Wesen ihrer Epoche und werden wiederrum selbst von ihnen gestaltet. Die meisten Werke beinhalten Botschaften des Unbewussten, derer sich die Künstler nicht immer bewusst sind.
Viele Künstler (die an die Welt der Träume, der inneren Bilder und der Phantasie anknüpfen)  geben einer inneren Schau Ausdruck und lassen einen Hintergrund des Lebens sichtbar werden. Die Kluft und Spannung  zwischen Unterbewusstsein und Bewusstsein, die jedem modernen Menschen innewohnt, sucht in Kunst ihren Ausdruck.

Wie Chirico in der „Pittura Metafiscia“ schrieb, hat jedes Ding zwei Aspekte. Den gewöhnlichen, sichtbaren Aspekt und den geisterhaften, metaphysischen Aspekt. Ein Kunstwerk muss etwas erzählen, das nicht in seiner äußeren Gestalt erscheint. Somit wird das Übersinnliche, das Geistige und Transzendente sichtbar gemacht: Die zweite geheimnisvolle Wirklichkeit hinter dem Sichtbaren, jenseits des sinnlich Erfahrbaren, welche oft eine gewisse Widersprüchlichkeit innehat.
Der geisterhafte Aspekt der Dinge wird somit sichtbar, traumhafte Transponierungen der Wirklichkeit, die visionär aus dem Unbewussten aufsteigen.

Farphyni strebt eine Vereinigung zwischen der eigenen inneren Wirklichkeit mit der Wirklichkeit der Welt (und Natur) an, zwischen Traum und Wirklichkeit, die darin erreicht wird, auf der Schwelle zu stehen: Mit einem Fuß immer der Erde verhaftet zu sein.
Nur im Zusammenhang mit dem Bewusstsein (der Brücke zum Menschlichen und Fassbaren) zeigt das Unbewusste seine schöpferischen Kräfte, mit welchen die Melancholie der Leere und der Sinnlosigkeit überwunden wird.

Farphynis Werke spiegeln oft Emotionen und Gefühle wieder, zeigen das Morbide und Geister. Sie spiegeln Gedanken, genauso wie Weltsicht, Vision, (nicht existierende) Wahrheit und Philosophie. Diese Themen werden bildlich dargestellt; Fragen die wir uns stellen und Gedanken zu den Mysterien des Lebens und des menschlichen Geistes. Themen, die nicht unterdrückt werden dürfen.
Manche Werke thematisieren die Imagination und Kopfwelten (inklusive deren versteckte Symbolik). Diese Kunst wird als kontemplativer Zufluchtsort von der Welt genutzt, um jenseits von den Beschränkungen der Sterblichkeit und Materialität zu träumen. Ein Bezug zu den Wundern der Welt, Märchen und Sagen, Naturgeistern, Elementarkräfte, Feen, Traumwelten und ähnlichem ist sichtbar. Diese Werke haben einen eher romantischen Charakter, von einem goldenen Zeitalter der Harmonie und Wundern träumend. Es ist ein Versuch die Grenzen des Gewöhnlichen, Bekannten, Profanen zu durchbrechen.

Farphynis kreatives Schaffen dient dazu, Unbewusstes und Mystisches sichtbar zu machen, um den Betrachter zu berühren, ihm/ihr das Verborgene näher zu bringen – egal ob dies erschreckend und verstörend oder bezaubernd und bereichernd wirkt. Es soll eine Veränderung im Betrachter bewirken oder ein Denkanstoß sein.

Ideen werden durch Symbole angedeutet, um das Versteckte hinter Linien, Farben und Formen zu betonen, ihnen eine ganze eigene Bedeutung zu geben. Sie sind teils surreal, teils abstrakt, um psychologische Wahrheiten zu verbildlichen und die Idee auszudrücken, hinter der physischen Welt liege eine spirituelle Realität. Dem Unaussprechlichen, wie Träumen und unbeschreiblichen Eindrücke, wird eine Form gegeben – jedoch eine symbolische, in dem Bewusstsein, dass alles subjektiv ist.
Das Unsichtbare wurde somit sichtbar gemacht.