The Self

(“Das Selbst”; Gemalt mit Acryl- und Ölfarben auf eine 70 x 100 cm Leinwand; Detailfotos sind weiter unten zu finden)

Wenn ein Mensch sich ehrlich seiner unbewussten Seele zuwendet (nicht aber, wenn man subjektiven Gedanken und Gefühlen nachhängt), indem man ihre objektiven Äußerungen, wie Träume und Spontanphantasien, erwägt, wird früher oder später das Bild des Selbst auftauchen und dem Ich seine Möglichkeit der Lebenserneuerung schenken, ein Gefühl der Sinnhaftigkeit und Vollkommenheit.


Die Psyche ist mit einer Kugel zu vergleichen, die auf ihrer Oberfläche ein helles Feld hat, welches das Bewusstsein darstellt. Das Bewusstsein macht demnach nicht unsere ganze Psyche aus. Das Ego ist das Zentrum des hellen/bewussten Feldes (bewusst ist etwas nur dann, wenn „ich“ es weiß). Das Selbst ist der Kern und gleichzeitig die ganze Kugel, seine Regulationsvorgänge erzeugen Träume.

Der dunkle (unbeleuchtete) Teil der Kugel stellt das Unbewusste dar. Das Unbewusste ist der große Helfer, Freund und Ratgeber des Bewusstseins. Mit dem Unbewussten treten wir z.B. hauptsächlich durch Träume in Verbindung oder in Form von plötzlichen, intuitiven Eingebungen.
Der Mensch ist erst dann ein Ganzes und erreicht ein Gefühl der Sinnhaftigkeit und Vollkommenheit, wenn Bewusstsein und Unbewusstes gelernt haben, friedlich miteinander zu leben und sich gegenseitig zu ergänzen. Denn das Unbewusste ist kein bloßer Ablageplatz für Vergangenes, sondern auch voll von Keimen für künftige Gedanken und schöpferischen Ideen. Doch nur im Zusammenhang mit dem Bewusstsein zeigt das Unbewusste seine schöpferischen Kräfte.
Das Unbewusste ist ein wichtiger Teil der Psyche ist, ein neutrales Phänomen, das alle Aspekte der menschlichen Natur beinhaltet: Hell/Dunkel, Gut/Böse.
Die inneren Gegensätze in sich zusammenzuhalten ist eine der schwierigsten Aufgaben der Individuation. Am Ende dieses seelischen Wachstumsprozesses liegt das seelische Zentrum, eine Art Kernatom der Seele, welches die Träume erfindet/anordnet: Das Selbst; Daimon, Ba-Seele, Genius – wie auch immer man es nennen will.

Man kann das Selbst als ein inneres, wegleitendes Zentrum definieren, das nicht mit dem Bewusstsein in eins fällt und nur durch Träume und ähnliches erforscht werden kann, welche anzeigen, dass es eine andauernde Ausweitung und Reifung der Persönlichkeit anstrebt.
Manchmal muss man „einfach nur“ hinhorchen, was die innere Ganzheit, das Selbst, jetzt hier in dieser Lage von mir oder durch mich erwirken will. Dies ist der Drang zu schöpferischer Einmaligkeit.


Kurze Erklärung zu einem Teil der Symbolik des Kunstwerks:

Der Fuchsgeist stellt das Unbewusste dar und seine transparenten Arme sind manifestierende Eingebungen, die zu Taten werden. Grundsätzlich wird das Selbst oft durch ein hilfreiches Tier dargestellt, als eine Art Symbol für die instinktive Grundlage der Psyche, die Instinktnatur und Verbindung zur Naturumgebung.
Daher ist dieses „Kernatom der Seele“ in gewisser Weise mit der ganzen inneren und äußeren Welt verwoben.

Das Mädchen hinter Rippen stellt das Bewusstsein dar. Das Bewusstsein ist begrenzt und nur ein kleiner Teil des Selbst.
Das Mädchen ist dabei das Unbewusste in ihr Leben zu integrieren, daher wachsen Wurzeln aus ihrem Rücken und werden zu Flügeln, der schöpferische Keim (der dem Unbewussten entspringt und durch die Verbindung zum Bewusstsein genährt wird) erwacht zur blühenden Pflanze.

Die Schmetterlinge, zu denen das Haar des Mädchens wird sind Sinneseindrücke, Gedanken, Reizüberflutungen, die im Unbewussten verarbeitet werden.
Manche der Schmetterlinge sind integrierte Schatten (Tendenzen/… die nicht unterdrückt werden, sondern bewusst betrachtet und bei Bedarf in etwas Positives gewandelt).

Die Schlangen um die Hand und am Boden stellen verschiedene Blickwinkel und Deutungen der Träume und Realität dar. (Der Traum ist grundsätzlich seine eigene Deutung – Verwirrung entsteht nur durch die Deutung von subjektiven Symbolen)

Die Landschaft stellt die unaussprechliche unbewusste „Stimmung“ dar. Die reduzierte Helligkeit bedeutet, dass das „Ich“ abgeblendet ist und nur die innere Natur in ihrem eigenen Widerschein aufleuchtet.
Die Sonne ist in diesem Kontext ein rundes Symbol der natürlichen Ganzheit, die angestrebt wird.


Hier sind ein paar Detailfotos:

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